Die Weinlese ist gestartet – Zeit für Weinwissen

Auch bei uns im Flörsheimer Hof hat die Weinlese begonnen – und damit unser Highlight des Jahres. In den kommenden Wochen nehmen wir Sie mit in die Weinberge und den Weinkeller und teilen spannende Einblicke, wissenswerte Fakten und besondere Momente rund um die Ernte.

Der Traubenvollernter: Technik im Dienst der Qualität

Neben den Händen unserer Mitarbeiter ist der Traubenvollernter einer der wichtigsten Helfer während der Weinlese. Moderne Technik bedeutet dabei längst nicht mehr „Masse statt Klasse“. Im Gegenteil: Ein hoher technischer Standard ermöglicht es uns, die Trauben effizient, sorgfältig und zum optimalen Zeitpunkt zu ernten. Der Traubenvollernter fährt vorsichtig durch die Rebzeilen und löst durch Rütteln die reifen Beeren behutsam von den Rebstöcken. Dabei werden die Trauben direkt im Gerät von einem großen Teil des Laubs und anderer Bestandteile getrennt. So gelangen möglichst nur die wertvollen Beeren in den Lesebehälter und anschließend schnell in den Weinkeller.

Wann beginnt die Weinlese?

Die Rebblüte ist ein wichtiger Orientierungspunkt im Weinbau. Mit ihr beginnt traditionell der Countdown bis zur Weinlese: Rund 100 Tage später können die ersten Trauben reif sein. Doch der genaue Starttermin lässt sich nicht allein anhand dieses Zeitraums bestimmen. In den Wochen vor der Ernte beobachten wir unsere Weinberge besonders aufmerksam. Wir prüfen, wie sich die Trauben entwickeln, probieren einzelne Beeren und achten auf Farbe, Geschmack und Konsistenz. Auch der Gesundheitszustand der Reben und die Wettervorhersage spielen eine wichtige Rolle. Ein entscheidender Anhaltspunkt ist der Zuckergehalt der Trauben. Dafür verwenden wir ein Refraktometer. Mit diesem Messgerät lässt sich feststellen, wie viel Zucker im Traubensaft enthalten ist. Der Wert gibt uns Hinweise auf den Reifegrad und das mögliche Mostgewicht. Je nach Rebsorte und gewünschtem Weinstil kommen außerdem die Säure und das Verhältnis zwischen Süße und Frische hinzu. Am Ende zählt das Zusammenspiel aller Beobachtungen: Schmecken die Beeren bereits aromatisch? Ist der Zuckergehalt passend? Sind die Säurewerte ausgewogen? Sind die Trauben gesund und verspricht die Wetterlage gute Bedingungen? Erst wenn diese Faktoren zusammenpassen, entscheiden wir, wann die Weinlese beginnt.

Wenn es im Weinkeller blubbert: Was passiert bei der Gärung?

Im Weinkeller wird es während der Weinlese besonders spannend. Aus frisch eingemaischten oder gepressten Trauben entsteht Schritt für Schritt Wein. Ein deutliches Zeichen dafür, dass dabei etwas in Bewegung ist: Es blubbert im Keller. Verantwortlich dafür ist die alkoholische Gärung. Dabei wandeln Hefen den natürlichen Zucker im Traubenmost in Alkohol, Wärme und Kohlensäure um. Das entstehende Kohlendioxid entweicht und sorgt für das typische Blubbern in den Gärtanks oder Fässern. Gleichzeitig entwickelt der Most nach und nach seinen eigenen Charakter.

Was ist ein Gärröhrchen?

Ein Gärröhrchen, auch Gärspund genannt, sitzt auf dem Tank oder Fass. Es lässt das bei der Gärung entstehende Kohlendioxid entweichen, sorgt für das markante Blubbern, verhindert aber gleichzeitig, dass Luft und unerwünschte Mikroorganismen in den Wein gelangen. Das Wasser im Röhrchen funktioniert dabei wie ein Ventil: Es lässt Gase nach außen entweichen und schützt den gärenden Wein. Wenn es im Gärröhrchen regelmäßig blubbert, ist das ein gutes Zeichen: Die Hefen arbeiten und die Gärung ist in vollem Gange. Mit zunehmendem Ende der Gärung wird das Blubbern langsamer, bis es schließlich ganz aufhört.

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